Ergebnis der Werkstatt "Erklärvideo" - 1. Halbjahr 2013/14

Projekte

Ein sehr wichtiges Elemt des Profils sind die Pro­jek­te.

Hier werden die pädagogischen Ziele „Vom Fach zum The­ma“, die Auseinandersetzung mit „bedeutungsvollen“ Themen und das Lernen in  jahrgangsübergreifenden Gruppen am kon­se­quen­tes­ten um­ge­setzt. Auch das Arbeiten im eigenen Tempo und auf leistbarem Niveau wird durch die hohe Wahlmöglichkeit der Schüler während der Projektarbeit gut erreicht.

In den Bereich Projekt flie­ßen Lern­in­hal­te der Fä­cher Deutsch, WUK, NW, Kunst und Ma­the­ma­tik ein, aber  in einzelnen Projekten auch Inhalte der Fächer Sport, Tanz, The­a­ter, Mu­sik, Philosophie, Ethik oder Umgang mit dem Computer.

 

An der Brokstr. werden acht Pro­jekt­stun­den (4 Blö­cke) in den Jahrgängen 5-7 von den bei­den Lern­grup­pen­leh­rern unterrichtet, in den Jahrgängen 8-10 finden wöchentlich 6 Projektstunden (3 Blöcke) statt, die in der Hand des Lerngruppenlehrers liegen. An der Hemelinger Str. sind es in den Jahrgängen 5-7 sechs Projektstunden in drei Blöcken.

Die Projekte fin­den in­ner­halb der Lern­grup­pe jahr­gangsüber­grei­fend statt. Durch den jahr­gangsüber­grei­fen­den Un­ter­richt ergibt sich auch hier wie­der eine Binnendifferenzierung, bei der sich die Schü­ler un­ab­hän­gig von ih­rem Al­ter nach Leis­tungs­ver­mö­gen und In­te­res­se unterschiedlichen Niveaus zu­ord­nen kön­nen. For­dern und Fördern ist auf diese Weise möglich.

Die Pro­jek­te bes­te­hen in der Regel aus ei­nem Pflicht­teil (Ba­sis­pro­gramm) und ei­nem ver­tie­fen­den Schwer­punkt­the­ma. Der Pflicht­teil ge­währ­leis­tet, dass alle Schü­ler im Ba­sis­be­reich den glei­chen Lern­stand er­rei­chen. Bei der Erstellung des Pflichtteils wird berücksichtigt, dass die Schüler unterschiedliches Vorwissen und unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen.

Das Schwer­punkt­the­ma er­öff­net „freie Räume“, in­ner­halb derer die Schü­ler – in der Regel mit einer hohen Motivation - an ei­ge­nen Fra­ge­stel­lun­gen ar­bei­ten und for­schen kön­nen. Es bes­teht die Mög­lich­keit, in Ein­zel- oder Grup­pen­ar­beit an den The­men zu arbeiten. Alle Er­geb­nis­se wer­den prä­sen­tiert – vor El­tern, Mit­schü­lern, durch Ak­ti­o­nen im Stadt­teil usw.

Dabei wird – wenn möglich - sowohl beim Basisprogramm als auch beim Angebot von Schwerpunktthemen darauf geachtet, dass die unterschiedlichen Lernzugänge („kognitive Landkarte“) der Schüler berücksichtigt werden. Aufgaben bzw. Themenangebote werden so gewählt, dass sie den Bereichen „A-E-I-O-U“ (Argumentieren; Experimentieren, Erforschen, Recherchieren; Imaginieren; Ordnen; Urteilen) zugeordnet werden können, um ein möglichst vielfältiges und differenziertes Angebot zu erreichen.

Alle Projekte folgen einem bestimmten Ablaufschema:

  • Zunächst wird das übergeordnete Bildungsziel festgelegt. Dies dient u.a. dazu, dem Projektthema eine bestimmte Richtung zu geben und eine Beliebigkeit bei der Wahl des Schwerpunktthemas  zu vermeiden. So kann beispielsweise bei dem Projekt „Wasser“ das übergeordnete Bildungsziel „Ohne Wasser ist Leben nicht möglich – wir müssen achtsam damit umgehen.“ lauten. Dieses Bildungsziel lenkt den Blick auf einen sozialen und ökologischen Zusammenhang und die Verantwortung eines jeden bezüglich des Umgangs mit Wasser.  Ein anderes Bildungsziel bei diesem Projekt (z.B. „Alles Leben kommt aus dem Wasser  “) wäre durchaus auch möglich, gäbe dem Projekt jedoch eine andere, eher biologische Ausrichtung.
  • Danach folgt der Einstieg: z.B. durch Filme, Besuch von außerschulischen Lernorten wie Museen, einem geeigneten Lehrervortrag und dem Sammeln des Schülervorwissens und der Fragestellungen der Schüler in Form eines Brainstormings. Hierdurch soll das Interesse an dem Thema geweckt und eine möglichst hohe Motivation geschaffen werden.
  • Es folgt das Basisprogramm, das evtl. differenziert nach unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen die Inhalte des Projektes umfasst, die von jedem Schüler zu bearbeiten und zu lernen sind. Hier beginnt auch schon eine grobe Recherche, die schließlich zu neuen Fragestellungen und so  evtl. zum persönlichen Schwerpunktthema führt.
  • Für das eigene Thema (Schwerpunktthema) formulieren die Schüler einen Projektantrag mit Leitfragen. Dieser wird  gemeinsam mit den Lerngruppenlehrern besprochen und ggf. verändert. Ebenfalls werden gemeinsam Arbeitsschritte (Meilensteinplan) festgelegt. Dies ist als Hilfestellung bei der Strukturierung der eigenen Arbeit  für die Schüler gedacht. Zudem können bereits an dieser Stelle die Lerngruppenlehrer regulierend eingreifen, falls Schüler sich unter- bzw. überfordern sollten.
  • In der nächsten Phase wird das Thema vertiefend erarbeitet: Die Recherche wird nun gezielt fortgesetzt, Texte und andere Produkte werden erstellt und eine Mappe wird erarbeitet. Durch Zwischenpräsentationen oder die Vorstellung von Wochenergebnissen wird gewährleistet, dass die Beteiligten einen Überblick über die Arbeit behalten.
  • Nach einem festgesetzten Zeitraum (z.B. nach 6 Wochen) wird den Mitschülern in einer Generalprobe die Präsentation vorgestellt. Die darauf folgenden Feedbackgespräche innerhalb der Lerngruppe ermöglichen nicht nur den vortragenden Schülern, für die „echte Präsentation“ noch einmal nachzubessern, sondern sie helfen auch den Beobachtern, die konstruktive Kritik geäußert haben, am Beispiel anderer dazu zu lernen.
  • Abgeschlossen wird jedes Projekt mit einer Präsentation (vor Eltern und/oder Parallelgruppen) oder mit einer Aktion (z.B. in der Öffentlichkeit).
  • Das Projekt wird danach gemeinsam reflektiert und die Schüler bewerten ihre individuelle Arbeit anhand eines Selbstbewertungsbogens.  Zum Schluss erhalten sie für jedes Projekt ein Zertifikat.