Jahrgangsübergreifendes an der Brok...

Der Standort Brokstraße der Gesamtschule Mitte arbeitet – bis auf einzelne Ausnahmen - komplett jahrgangsübergreifend: die Jahrgänge 5-7 und 8-10 sind jeweils zu Lerngruppen zusammengefasst. Diese Lerngruppen (6 in der unteren Stufe und 6 in der oberen Stufe) werden auch als Farbgruppen bezeichnet: rot, blau, grün, lila, orange, gelb, die Bezeichnung der Farbgruppen ist in der unteren und oberen Stufe gleich. So gibt es z.B. die Lerngruppen grün 5-7 und grün 8-10.

Dabei werden die Schüler im Jahrgang 5 in eine Farbgruppe (z.B. rot) aufgenommen, in der bereits ein Drittel Schüler aus den Jahrgängen 6 und 7 sind. Nach drei Jahren wechseln sie dann in die obere Stufe 8-10 und bleiben dabei in ihrer (roten) Farbgruppe. Dort finden sie also die Schüler wieder, die sie bereits seit einem bzw. zwei Jahren kennen. Auch die Schüler, die in den Folgejahren in die obere Stufe wechseln, sind ihnen bekannt. Zudem versuchen wir, dass auch die Lerngruppenlehrer möglichst innerhalb einer Farbgruppe bleiben. Da wir aber in den Jahrgängen 5-7 jeweils zwei Lerngruppenlehrer pro Farbgruppe haben, in Jahrgang 8-10 aber ein Lehrer die Farbgruppe allein führt, ist dies nur bedingt umsetzbar.

und Hemelinger...

Nach unseren Erfahrungen bietet die Ar­beit in jahr­gangs­ge­mischten Lern­grup­pen vie­le Vor­tei­le. So wachsen Schul­neu­lin­ge mit dem ers­ten Schul­tag in eine vor­han­de­ne Struk­tur hi­nein. Für die in der Lern­grup­pe ver­blei­ben­den Schü­ler ver­än­dert sich not­wen­dig ihre ei­ge­ne Rol­le: Sie er­rei­chen das nächs­te Schul­jahr, über­neh­men neue Ver­ant­wor­tun­gen, kön­nen aber auch Tra­di­ti­o­nen an die jün­ge­ren Schü­ler wei­ter­ge­ben und beim Ein­le­ben hel­fen. Es ent­ste­hen Chan­cen für neue Freund­schaf­ten.

Auf­grund der ver­schie­de­nen al­ters­ge­mä­ßen Lern­be­din­gun­gen ent­wi­ckeln sich vie­le na­tür­li­che Lern­si­tu­a­ti­o­nen. Man lernt durch ge­mein­sa­me Er­fah­run­gen. An­de­ren zu hel­fen und sich hel­fen zu las­sen wird selbst­verständ­lich, ja so­gar not­wen­dig. Kon­kur­rie­ren­des Ler­nen wird eher ver­mie­den und er­setzt durch die Not­wen­dig­keit, un­ter­schied­li­che Leis­tungs­fä­hig­kei­ten, auch un­ter­schied­li­ches Lern­tem­po, an­zu­er­ken­nen.

 

Für leis­tungs­stär­ke­re Schü­ler be­deu­tet das z.B. kon­kret:

-       Der Lerns­toff des Fol­ge­jahr­gangs kann bei Be­darf frü­her be­ar­bei­tet wer­den.

-       Be­reits er­ar­bei­te­ter Stoff kann wie­der­holt und ge­fes­tigt wer­den. „Das, was ich je­man­dem an­ders er­klärt habe, habe ich wirk­lich tief­ge­hend ver­stan­den.“

Für leis­tungs­schwä­che­re Schü­ler be­deu­tet das z.B. kon­kret:

-       Mit dem Ab­schluss ei­nes Schul­jah­res ist der Lehrs­toff nicht ver­schwun­den, son­dern kann ohne Auf­wand auch noch spä­ter er­ar­bei­tet wer­den.

-       Es ste­hen durch äl­te­re Mit­schü­ler Hel­fer zur Ver­fü­gung, die u.U. ähn­li­che Schwie­rig­kei­ten bei der Er­ar­bei­tung des Stof­fes hat­ten und so mit ih­ren Wor­ten die Schü­ler viel bes­ser er­rei­chen kön­nen.

Für alle Schü­ler be­deu­tet das z.B. kon­kret:

-       eine Er­wei­te­rung des ei­ge­nen Ho­ri­zon­tes und ein Zu­wachs an so­zi­a­len Lern­mög­lich­kei­ten und an so­zi­a­ler Kom­pe­tenz.

 

„In jahr­gangsüber­grei­fen­den Lern­grup­pen (...) ent­wi­ckeln die Schü­ler und Schü­le­rin­nen ihre so­zi­a­le Kom­pe­tenz, ler­nen Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und in un­ter­schied­lichs­ten Grup­pen zu ar­bei­ten. Äl­te­re ge­ben ihre Er­fah­rung an Jün­ge­re wei­ter und ver­tie­fen im Leh­ren ihr ei­ge­nes Wis­sen. Jün­ge­re ler­nen von den Äl­te­ren mit Wor­ten, die sie ver­ste­hen. Die Kin­der und Ju­gend­li­chen er­le­ben mit­ei­nan­der viel ge­gen­sei­ti­ge Hil­fe, Un­ter­stüt­zung, An­re­gung und Zu­sam­men­ar­beit und da­für we­ni­ger Kon­flik­te. Das Lern­kli­ma in al­len Grup­pen ist ent­spannt, und es ent­ste­hen sehr vie­le jahr­gangsüber­grei­fen­de Freund­schaf­ten und Kon­tak­te.“ (http://www.potsdam-montessori.de)