Wie leben Tiere im Zirkus wirklich?

Wie leben Tiere im Zirkus?

Es ist fantastisch, laut, bunt und übernatürlich, die Zirkuswelt. Ein einmaliges Erlebnis für Kinder und Erwachsene. Mit der Unterstützung von Akrobatik, Clowns aber leider auch Tieren wird eine Show beeindruckend und unvergesslich.

Fürs Publikum wirkt die Zirkuswelt fröhlich und bunt, das Leiden der Zirkustiere findet hinter den Kulissen statt.

  • Aber warum leiden die Tiere eigentlich so im Zirkus?

  • Welche Tiere sind besonders beansprucht?

  • Kann man Tiere überhaupt artgerecht im Zirkus halten?

  • Und was hat sich in der Tierhaltung in den Zirkussen in den letzten Jahren geändert?

Die Tiere werden schlecht gehalten und müssen Kunststücke ausüben, die sie normalerweise nicht machen würden. Elefanten zum Beispiel sind Herdentiere. Sie sind sozial und brauchen Kontakt zu gleichgesinnten. Ihre Käfige sind sehr klein, sodass sie soch gerade mal umdrehen können.So geht es allen Wildtieren im Zirkus. Sie werden von den Dompteuren angestachelt etwas zu tun und wenn sie es nicht machen, müssen sie mit der Peitsche rechnen.

Aber nicht nur Wildtiere leiden. Auch Pferden geht es mit dem Zirkusleben nicht gut.Sie müssen springen, was sie normalerweise auch tun, aber wenn es kein Ausweg gibt springen sie aus Angst. Vor Feuer haben alle Tiere ANgst und nicht nur Pferde. Außerdem brauchen sie eine Weide und auslauf. Doch diese Kriterien kann der Zirkus nicht erfüllen.


Wildtiere

Allein in Deutschland gibt es 186 Zirkusse. 70 von ihnen halten Wildtiere.

Meistens sind es Affen, Elefanten, Nashörner, Großbären, Flusspferde, Giraffen und noch viele mehr. Natürlich sind auch Haustiere wie Kaninchen und Hunde vorhanden, aber sie sind das Leben unter Menschen und engem Raum gewohnt.

Die Elefanten sind sehr verbreitet. Insgesamt werden 70 Stück in den deutschen Manegen gehalten. Und viele sind dort gestorben. Die Tiere werden in freier Wildbahn aus Afrika oder Asien von Wilderern oder Jägern gefangen und in den Zirkus gebracht.Es ist bisher nur ein einziger Elefant in einem Zirkus geboren.Andere Tiere, wie Bären oder Löwen wurden aus Tierparks und Zoos ganz früh von ihrer Mutter weggenommen, damit sie sich früh an das Leben mit Menschen gewöhnen können und ihre Kunststücke gut rüber bringen können. Das alles nur, damit der Zirkus sein Geld verdient!

Einige Zirkusse meinen auch, dass sie die Tiere gerettet haben. Sie sollten entweder geschlachtet werden , oder es gab irgendwo anders zu viele. Ob die wahr ist, ist niemand klar.

Das Problem bei der Haltung ist, dass alle Tiere ein sehr großes Revier haben, doch dieses kann ihnen der Zirkus nicht bieten.

-In freier Wildbahn hat ein Löwenrudel ein Revier von 20 bis 400 Quadratkilometern.

-Robben schwimmen am Tag mehrere Kilometer und brauchen daher viel Platz im Wasser. Doch Wasser haben die meisten Zirkusse nicht.

Das sind einige von vielen Problemen die im Zirkus auftreten, wenn sie meinen unbedingt Wildtiere halten zu müssen.

Tierhaltung

Der Deutsche Tierschutz Bund fordert schon seit langem das Verbot von Wildtieren im Zirkus. Immer wieder werden Skandale in den Zirkussen Deutschlands Aufgedeckt. Die Tiere haben unter folgenden Dingen zu leiden:

  • dass sie im Schnitt 50-mal im Jahr den Auftritts-Ort wechseln müssen

  • dass sie die überwiegende Zeit in kleinen Käfigen zu verbringen,

  • dass sie in der Regel nur wenige Minuten am Tag beschäftigt zu werden

  • dass sie oft nur mangelhaft tierärztlich versorgt zu sein, da es bundesweit nur wenig spezialisierte Tierärzte für Wildtiere gibt oder sich der Zirkus die Behandlung finanziell nicht leisten kann

  • dass den Zirkusbetreibern in vielen Fällen die notwendige Sachkunde fehlt

  • dass in der spielfreien Zeit kein festes Winterquartier vorhanden ist. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen kann ein Winterquartier sein Eigen nennen.


Die Folgen für die Tiere sind fatal: Massive Gesundheitsschäden, schwere Verhaltensstörungen und erhöhte Sterblichkeit. Allein in den letzten 10 Jahren ist nahezu ein Viertel des gesamten Bestandes an Elefanten im Zirkus vorzeitig verstorben.

Wie schon erwähnt sind immer wieder die Finanzen im Zirkus ein Problem. In einigen Zirkussen werden die Tiere sogar mit vergammelten Obst und Gemüse gefüttert. In den Zirkusleitlinien ist vorgegeben, dass die Tiere, das zu essen bekommen sollen was sie auch in der Wildnis fressen. Dies wird aber nur teilweise berücksichtigt. Die folgen können z.B. hervorstehende Zähne sein wenn die Tiere zu weiches Essen bekommen und die Zähne nicht abnutzen können.

Auch die Boxen für Pferde sind in vielen Zirkussen viel zu klein. Eine Box für ein Pferd müsste mindestens 12 m² z.B. im Zirkus Krone sind die Pferde Boxen geschätzte 8 m² groß. Bei dieser Größe könnte ein Pferd sich nicht mal umdrehen. Außerdem müssten die Pferde zu mindestens eine kleine Weide haben.

Elefanten werden immer angekettet und können sich kaum bewegen. Der Bewegungsentzug hat Gelenk schmerzen an den Fußgelenken und einen frühen Tod zur Folge. Eingesperrt sein in engen Verhältnissen führt bei Elefanten zu Verhaltensstörungen, was sich im sogenannten Weben ausdrückt. „Weben“ ist eine Stereotypie, unter der die Tiere namhaften Experten zufolge seelisch sehr leiden.

Transport

 

Zirkusse ändern jährlich ungefähr 50-mal ihren Standort. Die Tiere müssen mitreisen. Dies stellt für die Tierschützer z.B. von der Organisation „Peta“ ein Problem dar. Die Transporter sind viel zu klein, die Tiere nicht ausreichend versorgt und die Strecken viel zu lang. „Tiertransporte sind mit viel Stress und Leid für die Tiere verbunden. Die Transporte müssen deshalb unbedingt zeitlich eng begrenzt und unter tiergerechteren Bedingungen stattfinden", sagt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Besonders für Wildtiere, die in der Wildnis mehrere Kilometer täglich laufen ist das Leben auf engem Raum quälend. Es wird bei Hauskatzen immer gewarnt, dass sie ungerne umziehen. Den großen Wildkatzen geht es genauso. Sie brauchen ein festes Revier und Auslauf für ihr Wohlergehen.

 

Genauso ist es mit den Tieren, die Wasser brauchen. Ein Planschbecken kann nicht mal annähernd der Ersatz für ein Meer, einen Fluss oder einen See sein. Die Deutschen Bürger stimmen den offensichtlichen Fakten zu. „Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß.“

 

(Zitat http://www.peta.de/web/tierschuetzer.3657.html)

 

Zitat aus der „Deutschen Tierärztlichen Wochenschrift“ vom Stuttgarter Wilhelma-Tierarzt Dr. Rietschel: „Wegen der besonderen Umstände, die in diesen Betrieben vorliegen, ist eine artgerechte Tierhaltung nicht oder nur sehr begrenzt möglich.“ „ Der Lebensraum von Seelöwen sind Sandstrände und das Meer. Flossen dienen zum Schwimmen, nicht zum Winken. Sägemehl ersetzt weder Gras noch Büsche, Bäume oder Felsen für die Tiere.“ „Tiere im Zirkus sind immer die Verlierer, das ist systembedingt leider so.“

 

In vielen europäischen Ländern ist das Halten von Wildtieren im Zirkus bereits Verboten. Nicht mal domestizierten Tieren wie z.B. Pferden oder Katzen kann man einen artgerechten Transport und eine artgerechte Haltung im Zirkus bieten. Katzen reisen nicht gerne.

 

 

Training

Die Tiere im Zirkus machen immer lustige Kunststückchen in der Show. Von Hunden kennt man das teilweise schon von Hundeplätzen. Viele Besitzer bringen ihren Hunden kleine oder größere Kunststücke bei. Auch die Dressur von Pferden kennt man schon. Der Unterschied zwischen der Dressur von Familien und ihren Haustieren und von Zirkussen und ihren Tieren besteht darin, dass Besitzerinnen (zu mindestens sollte dies der Normalfall sein) mit einer Hand voll Leckerlies als Belohnung zu ihren Tieren kommen. Im Zirkus gelten aber andere Trainingsregeln. Wenn das Tier dort nicht hört gibt es Schläge, die Belohnung: keine Schläge.

"Um das Verhalten eines Elefanten in der Beengtheit eines Zirkus zu kontrollieren, muss der Pfleger die Überhand gewinnen und behalten. Ein so großes Tier zu kontrollieren, kann nur durch eine gewisse Art der Grausamkeit erreicht werden." Zitat von Dr. Cynthia Moss, Elefantenforscherin.

Im Zirkus wird nicht nach der Methode der Belohnung sondern nach der Methode der Angst dressiert. Die Ehemalige Elefantentrainerin Carol B kennt das Training von Elefanten aus eigener Erfahrung: "Bestrafungen zur Verbreitung von Angst, Standard in der Zirkusindustrie… Den Elefanten wird mit physischem Schmerz und psychischer Einschüchterung beigebracht, dass sie Befehlen Folge zu leisten haben. Alle Elefanten in Zirkussen werden so trainiert." (Quelle www.peta.de)

Neben den Schlägen mit Knüppel, Peitsche und Elefantenstab gibt es auch noch die Methode des Futterentzug. Hier wird als Belohnung, wie von den privaten Tierbesitzern, auch Futter eingesetzt. Es ist aber kein zusätzliches Leckerli sondern das tägliche Futter, welches den Tieren eigentlich immer zur Verfügung stehen sollte. Den Tieren wird weniger Futter gegeben oder das Futter wird ihnen nach der Show gegeben. Manchmal müssen die Tiere tagelang mit unzureichender Ernährung leben.

 

Würde

Ein Punkt ist noch ganz wichtig: Die Würde der einzelnen Tiere! Jedes Lebewesen, sei es ein Mensch oder ein Tier hat Respekt gegenüber sich selbst verdient. Keiner soll verachtet, misshandelt, nicht geliebt oder vernachlässigt werden. Jedes Tier braucht einen Rückzugsort, jemanden der es liebt und der sich um es kümmert. Doch genau diese Punkte bekommt es in dem Zirkus nicht zu spüren. Sie werden dort einfach wie Spielzeuge oder Geräte behandelt. Und das alles nur, damit der Zirkus mit ihnen Geld verdient. Man kann den Tieren vielleicht nicht alles geben, aber man könnte sie besser behandeln. Noch besser wäre, sie einfach in Ruhe in der Wildnis leben zu lassen und die Show ohne Wildtiere, sondern nur mit Artisten und vielleicht Haustieren wie zum Beispiel Hunden zu machen.

Der Mensch kann dem Tier nicht bieten, was es braucht. Außerdem braucht zum Beispiel der Elefant auch andere Elefanten, damit er glücklicher sein kann. Total viele Tiere im Zirkus sind Herdentiere und fühlen sich alleine schnell einsam. Es gibt Leute, die denken dass es ausreicht wenn sie sich mit den Tieren beschäftigen, doch damit haben sie sich vollkommen geirrt.

Tierschutz und Aktionen

 

Der Tierschutz ist wegen den schlechten Bedingungen besonders im Zirkus sehr wichtig. Seit längerer Zeit setzen sich schon verschiedene Tierschutzorganisationen dafür ein, dass die Tiere ein besseres Leben im oder gar außerhalb des Zirkus leben können.

 

Eben wegen der schlechten Haltung und Behandlung wurde 2008 eine Datenbank der ganzen deutschen Zirkusse errichtet, womit sich die Tierschützer erhoffen, dass sie die Zirkusse besser kontrollieren können und im Notfall eingreifen können.

 

Viele Zirkusse geben sich als besonders hervorragend aus und gestalten eben genauso ihre Plakate und Broschüren. Doch der Schein trügt: Hinter dem Vorhang leiden die Tiere ebenso viel Elend wie bei allen anderen Zirkussen auch. Ein gutes Beispiel dafür ist der Zirkus Krone.

 

Deshalb wurden schon viele Protestaktionen von unterschiedlichen Gruppen organisiert. Von Jugendgruppen, wie die Bremer Tierschutzjugend und der Tierschutzjugend Bärenbande bis hin zu den ganz großen Gruppen wie zum Beispiel Peta. Diese Proteste richteten sich besonders gegen die Wildtierhaltung, da diese Tiere nichts im Zirkus verloren haben.

 

Peta deutschland e.v. setzt sich schon sehr lange und nicht nur gegen den Zirkus ein. Die Organisation ist generell im Tierschutz aktiv. Es ist eine Schwesterorganisation von Peta USA, der der größte Verein der Welt ist. Sie haben das Ziel, dass alle Tiere so leben können wie sie es sollten und es wollen!

 

Mit Peta haben schon viele Städte geschafft, dass auf ihrem Boden keine Zirkusse mit Wildtieren auftreten dürfen. Sie retten Tiere aus Tierparks die eigentlich in den Zirkus sollten, setzen sich dafür ein, dass keine verletzten und trächtigen Tiere mit auf die Reise kommen und sind auf gutem Wege, dass es bald keine Wildtiere mehr im Zirkus gibt.

 

Erfolgreich wurden die Tierschützer auch, ein Gesetz gegen die Haltung einiger Wildtiere wie zum Beispiel Flusspferde, Affen oder Großbären. 2011 wurde das Gesetz veröffentlicht, nachdem sie es 2003 nicht durchsetzen konnten. Ein vorbildliches Land ist Österreich. Dort haben die Tierschützer es schon soweit geschafft, dass gar keine Zirkusse mit irgendeiner Art von Wildtieren gastieren und auftreten dürfen!

 

Jedoch ist es noch ein langer weg, bis es endlich geschafft ist, dass gar keine Wildtiere im Zirkus auftreten müssen. Es gibt immer Zirkusse die hintergehen, doch die Tierschützer sind auf einem guten Weg, den Tieren das richtige und schöne Leben zu geben, dass sei Verdient haben.

Fazit

Wir fanden das Thema sehr interessant und erschreckend was dabei herausgekommen ist. Zwar wussten wir schon, dass die Tiere in Zirkussen unter schechten Bedingungen gehalten werden, aber so genau war es uns nie klar. WIr finden, dass es unwürdig ist, was im Zirkus abgeht. Jedes Tier sollte frei sein und nicht eingesperrt in einem zu kleinen Käfig und dann noch dazu gezwungen werden Kunststücke auszuüben! Es ist gut, dass es ein Gesetz gegen die Haltung von Iwldtieren im Zirkus gibt, denn eine Show kann auch ohne diese Spaß machen.

Paula und Tjorven

Quellen:

http://www.jugendtierschutz.de

http://www.peta.de/

http://www.tierschutzbund.de/zirkus.html

„Du und das Tier“-Zeitschrift

http://de.wikipedia.org/wiki/Elefanten#Verhalten

http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wen

http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkus#Tierhaltung_im_Zirkus_und_deren_Probleme

 http://www.deutschertierschutzbund.de/zirkus.html