Tierversuche

Sind Tierversuche ethisch vertretbar?

 

Welche Tierversuche werden für Kosmetikprodukte durchgeführt?

Orale Tests

Akute Giftigkeit (Toxizität) Ratten oder Mäuse erhalten die Substanz per Magensonde eingegeben. Je nach Art und Menge des verabreichten Stoffes winden sich die Tiere stundenlang in Krämpfen.

Chronische Giftigkeit (Toxizität) Nagetiere erhalten die Prüfsubstanz in einer geringen Dosis über mehrere Wochen

regelmäßig verabreicht. 

Folgen für das Tier bei den Oralen Tests: Krämpfe, schweren Bauchschmerzen, Durchfall und Zittern. Es kann auch zu Blutungen aus den Augen, aus dem Mund oder aus den Genitalien kommen sowie zu unkontrolliertem Erbrechen und Lähmungserscheinungen, Leberfunktionsstörungen bis hin zu Koma

Test an der Haut

Hautreizungstest Die Prüfsubstanz wird Kaninchen auf die geschorene Haut aufgetragen. Wirkt die Substanz hautreizend, entstehen schmerzhafte Entzündungen.

Hautallergietest Meerschweinchen wird die Prüfsubstanz in die Haut gespritzt, um das Immunsystem der Tiere zu stimulieren. Löst die Testsubstanz bei nochmaligem Kontakt allergische Reaktionen aus, so kommt es zu schmerzhaften Hautentzündungen.

Hautabsorptionstest Die Testsubstanz wird bei Ratten auf die Haut aufgetragen. Die Tiere werden isoliert in so genannten Stoffwechselkäfigen gehalten. Harn-, Kot- und evtl. auch Blutproben der Tiere werden auf Vorhandensein der Testsubstanz untersucht.

Schädigende Wirkung durch Sonnenlicht (Phototoxizität) Die Prüfung wird an Ratten oder Meerschweinchen durchgeführt und ähnelt sehr dem Hautallergietest. Der Stoff wird in die Haut gespritzt. Bei der anschließenden Bestrahlung mit UV A-Licht werden die Tiere stundenlang in enge Plastikröhren gesteckt, in denen sie sich nicht bewegen können.

Folgen für das Tier: Schmerzhafte Entzündungen, Schnittwunden, Verätzungen, VerbrennungenTest am Auge

Augen-/Schleimhautreizung (Draize-Test) Die Testsubstanz wird Kaninchen in die Augen geträufelt. Anschließend werden die Schäden beobachtet: Je nach Art und Dosierung des Stoffes kommt es zu schmerzhaften Entzündungen und schweren Verätzungen des Auges. Fragwürdige, unverlässliche Ergebnisse: Kaninchenaugen unterscheiden sich in wesentlichen anatomischen Punkten von Menschenaugen, was den Versuch an sich schon fragwürdig erscheinen lässt. Dazu kommt, dass die Ergebnisse des Versuches stark vom körperlichen Zustand des Kaninchens abhängen. Aus diesen Gründen ist eine Beurteilung der Augenirritation am lebenden Kaninchenauge nach Meinung vieler Fachleute nicht zu empfehlen.

Test bei der Schwangerschaft

Frucht-/ oder keimschädigende Wirkung (Teratogenität) Die Substanz wird trächtigen Ratten oder Kaninchen verabreicht. Die Tiere werden zu verschiedenen Zeitpunkten der Trächtigkeit getötet, um zu beurteilen, ob der Stoff das Muttertier schädigt und/oder die normale Entwicklung der Früchte beeinflusst. Bei teratogenen Substanzen kommt es zu Missbildungen oder Totgeburten.Krebsauslösende Eigenschaften (Kanzerogenität)

Inhalation

Ablauf: mindestens zehn Ratten pro Versuch. Während des Versuchs sind die Ratten in Inhalationsanlagen bzw. -kammern mindestens vier Stunden lang den zu testenden Substanzen ausgesetzt. Das Tier wird also gezwungen den mit eingeschlossenen Tier das potentiell giftige Gemisch auch über eine Maske zugeführt. Nach Abschluss der Testreihen werden alle Tiere getötet und seziert. Folgen für das Tier: Diese Tests sind für das Tier mit extremen Stress verbunden, insbesondere bei Langzeitstudien. Bei den Tieren treten sehr häufig Nasen- und Rachentumore, Blutungen aus der Nase, schwerfälliges Atmen, Krämpfe und komatöse Zustände auf

 

Wozu werden Tierversuche im Kosmetikbereich gemacht?

Kosmetikhersteller sichern sich mit Tierversuchen vor Ersatzansprüchen bei möglichen Schadenfällen ab. Tierversuche für Kosmetika sind von vornherein weder sinnvoll noch notwendig. Ihre wissenschaftliche Tauglichkeit wurde nie grundlegend überprüft. Sie dienen vor allem zur rechtlichen Absicherung der Hersteller und gaukeln eine Sicherheit vor, die nicht gegeben ist Tierversuche dienen damit der Sicherheit des Produzenten, nicht des Verbrauchers. Man könnte glauben das, das Risiko der Industrie verringern indem man auf altbewährte Inhaltsstoffe zurückgegriffen wird. Das einzige Ziel von Unternehmen ist Profit zu machen. So werden für das Profitstreben der Konzerne immer neue Kosmetika und Körperpflegemittel auf den Markt geworfen. Produkte, die niemand braucht und die unzählige Tiere mit ihrem bezahlen müssen.

Ein weiterer Grund für das Festhalten am Tierversuch ist das in China und manchen anderen Ländern Tierversuche für Kosmetika vorgeschrieben sind. Wer also seine Seife oder Sonnencreme weltweit vertreiben will, wird diese zuvor in Tierversuchen testen.

Tierversuche für Kosmetika sind von vornherein weder sinnvoll noch notwendig. Ihre wissenschaftliche Tauglichkeit wurde nie grundlegend überprüft. Sie dienen vor allem zur rechtlichen Absicherung der Hersteller und gaukeln eine Sicherheit vor, die nicht gegeben ist.

 

Verfahren die Tierversuche ersetzen

Ersetzter Tierversuch

Hautabsorptionstest

Beschreibung: Äußerlich anzuwendenden Arzneimitteln und Kosmetika, wie Salben, Cremes, Lösungen und Gels, werden Tieren verschiedener Arten auf die geschorene Haut aufgetragen. Es soll festgestellt werden, inwieweit die darin enthaltenen Wirkstoffe von der Haut aufgenommen werden oder durch sie hindurch gelangen. Die Tiere werden getötet und ihre Haut wird in dünne Scheiben geschnitten, um den Wirkstoffgehalt in den einzelnen Hautschichten zu messen.

Tierart: Hunde, Mäuse, Affen, Ratten, Schweine, Meerschweinchen Bereich: Pharmakologie

Ersetzendes Verfahren

Rindereutertest

Beschreibung: In die großen Venen und Arterien von Eutern geschlachteter Kühen werden Schläuche gesteckt, durch die eine Flüssigkeit gepumpt wird. Das Organ wird auf diese Weise mit einer speziellen Flüssigkeit durchströmt und ist so für mehrere Stunde verwendbar. Die Testsubstanz wird auf die Euterhaut aufgetragen. Es kann nun gemessen werden, ob, und wenn ja, in welcher Menge, die Testsubstanz in der Durchströmungsflüssigkeit auftaucht. Anschließend wird die Haut in dünne Scheiben geschnitten, um den Wirkstoffgehalt in den einzelnen Hautschichten zu untersuchen.

Die In-vitro-Methode ist wissenschaftlich akzeptiert.

 

Wie ist die rechtliche Lage? Sind Tierversuche für Kosmetika überhaupt noch erlaubt?

Die EU regelt die Gesetze für Tierversuche. 2003 entschied die EU, alle Tierversuche für Kosmetikprodukte zu verbieten und alle Kosmetika, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, ebenfalls nach und nach vom europäischen Markt zu verbannen. 2009 trat das Verkaufsverbot in Kraft, allerdings mit der Ausnahme bestimmter Tests für kosmetische Inhaltsstoffe, die nach wie vor erlaubt waren und sind. Bis zum Jahr 2013 dürfen Kosmetik-Inhaltsstoffe weiter an Tieren getestet werden, um ihre Langzeit-Wirkungen, mögliche Einflüsse auf die Fortpflanzung und die Entwicklung von Nachkommen sowie auf den Stoffwechsel zu prüfen. Die EU entschiednach dem EU-weit der Verkauf jeglicher Kosmetika, die an Tieren getestete Inhaltsstoffe enthalten, ohne Ausnahme verboten sein wird, ist der 11. März 2013. Derzeit steht die EU unter dem Druck der Kosmetikindustrie, dieses Verkaufsverbot um viele Jahre oder sogar unbefristet zu verschieben, da der EU in Auftrag gegebenen Bericht zufolge bis dahin nicht genügend tierversuchsfreie Tests zur Verfügung stehen würden. Hinzu kommt, dass zwei weitere Tierversuche zur Testung von Allergie und Krebs auslösenden Wirkungen ebenfalls weiter erlaubt werden sollen !

 

Siegel die tierversuchsfreie Kosmetikprodukte zeichnen

Es gibt derzeit noch kein einheitliches Logo, das tierversuchsfreie Kosmetik und Pflegeprodukte kennzeichnet – die drei wichtigsten Siegel sind:

A) leaping bunny – „springendes Häschen“ B) Internationaler Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V. (IHTK) - „Hase mit schützender Hand“ C) Die Vegan-Blume

Das Symbol des „springenden Häschens“ steht für den internationalen „Humane Cosmetics Standard“ (HCS), den Tierschutzorganisationen aus aller Welt erarbeitet haben.

Das Logo „Hase mit schützender Hand“ wird vom Internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik (IHTK) vergeben und vom Deutschen Tierschutzbund überprüft. Produkte mit diesen Zeichen enthalten nichts vom toten Tier, können aber Rohstoffe von lebenden Tieren wie Bienenwachs, Honig, Milchprodukte oder Wollfett enthalten.

Wer Wert auf eine tierversuchsfreie Kosmetik legt, die ohne tierische Inhaltsstoffe auskommt, kann sich an der „Vegan-Blume“ orientieren. Das Zeichen der britischen Vegan Society steht für rein pflanzliche, tierversuchsfreie Produkte.

 

Welche Kriterien müssen die Firmen erfüllen, um auf PETAs Liste aufgenommen zu werden?

PETA nimmt ausschließlich Firmen mit den besten Richtlinien gegen Tierversuche in die Positiv-Liste auf. Dies sind Unternehmen, deren Firmenpolitik klar Stellung gegen Tierversuche bezieht und die so dabei helfen, Tierversuche zu vermeiden und in Zukunft vollständig abzuschaffen. Die gute Nachricht ist, dass darunter auch Top – Firmen sind wie Lush und The Body Shop, sowie weitere großartige Marken, deren Produkte in Supermärkten oder übers Internet bezogen werden können. All diese Unternehmen führen keinerlei Tierversuche durch und stellen sicher, dass auch ihre Zulieferer nicht an Tieren testen. Genau dies sichern sie PETA schriftlich zu; nur dann werden sie auf die Positiv-Liste aufgenommen. Wenn Sie Ihr Geld in diese Unternehmen investieren, wird das auch weitere Firmen und Rohstoff- Zulieferer davon überzeugen, keine Tierversuche mehr durchzuführen.

Viele Kosmetikhersteller thematisieren die Frage nach Tierversuchen mittlerweile auf ihrer Homepage oder auf Anfrage. Diese Antworten müssen oft sehr genau gelesen werden, um zu verstehen, was dahinter steckt. So ziehen sich z.B. manche Hersteller darauf zurück, dass die Bezeichnung „tierversuchsfrei“ auf Verpackungen nicht abgedruckt werden darf, da fast jeder Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten irgendwann einmal an Tieren getestet wurde. Das stimmt zwar, dennoch können die Unternehmen natürlich ein wichtiges Signal gegen Tierversuche senden, indem sie nur Inhaltsstoffe verwenden, die bereits zugelassen sind und für die keine erneuten Tests durchgeführt werden müssen!

Welche Firmen machen überhaupt noch Tierversuche für Kosmetika? Gibt es auch eine Negativ-Liste?

Nur eine Handvoll Firmen – wie Procter & Gamble und Unilever – geben zu, dass sie Tierversuche machen; die meisten anderen umgehen das Thema mit schönen Worten oder sagen gar nichts. Misstrauen Sie Aussagen wie „dieses Produkt wurde nicht an Tieren getestet“; dies verschleiert die Tatsache, dass Inhaltsstoffe sehr wohl in Tierversuchen getestet worden sein könnten. Auch die Aussage „Dieses Unternehmen testet nicht an Tieren“ kann bedeuten, dass die Firma die Versuche möglicherweise durch andere Unternehmen durchführen lässt. Wenn ein Unternehmen keine speziellen Richtlinien hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe durchsetzt, kann man davon ausgehen, dass die gekauften Stoffe an Tieren getestet werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass mitfühlende Konsumenten ihreKaufkraft nutzen, um Unternehmen zu unterstützen, die eine strenge, fortschrittliche Politik verfolgen, was Tierversuche jetzt und in Zukunft verhindern wird. Anhand unserer Positiv-Liste können Sie genau ersehen, wer diese Firmen sind. Die gute Nachricht: es kommen ständig neue Firmen auf die Liste der tierfreundlichen Produkte hinzu!

Wo erhalte ich tierversuchsfreie Kosmetik?

In der Positiv-Liste des Deutschen Tierschutzbundes sind Firmen aufgeführt, die keine Tierversuche durchführen und nur Inhaltsstoffe verwenden, die seit 1979 nicht mehr im Tierversuch getestet wurden.

Der Humane Cosmetic Standard (HCS) ist ein in Europa und den USA verbreitetes Siegel der European Coalition to End Animal Experiments und der Coalition for Consumer Information on Cosmetics. Weder Inhaltsstoffe noch Endprodukte dürfen ab einem vom Hersteller festgelegten, fixen Stichtag in Tierversuchen getestet worden sein. Die Angaben der Firmen werden durch unabhängige Kontrollinstanzen regelmäßig überprüft.

 

Positiv-Liste

Körperpflege ohne Tierversuche!

Nagelpflege

-Snails

-Acquarella Polish

-Nubar

-Orly

-Essence

Drogerieeigenmarken sind auch oft ohne Tierversuche getestet wurden.

Preise bei einigen Produkten erhöht, jedoch hält es sich in Grenzen. Alle Produkte kann man bei Amazon.de kaufen.

Die Marke Lush ist auch in Bremen erhältlich. Nur wenige Produkte findet man auch in Drogerieketten.

 

 

Negativ-Liste

Marken mit Tierversuchen

 

Creme

-Bebe

-Dove

-Nivea

-Labello

-Yves Roche

-Ganier

-Viche

-Bioterm

 

Parfüm

-Dior

-Esprit

 

Deodorant

-Axe

-Rexona

 

Make-up

-Astor

-Maxfactor

-L'oreal

-Maybelline,

-Manhatten

 

Haarpflege

-Henkel & Schwarzkopf

-Head and Shoulders

-Herbal Essences