Projektarbeit Tierversuche von Moritz Salger

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Inhaltsangabe


⁃ Vorwort
⁃ Allgemeines
⁃ - Bereiche der Tierversuche
⁃ - Zahlen über Tierversuche
⁃ - Tierversuche in der Praxis
⁃ - Was für Versuche sind erlaubt?
⁃ - Alternative Möglichkeiten
⁃ - Tierschutzvereine
⁃ - Pro – Contra
⁃ - Geschichte
⁃ Die Gesetzliche Grundlage zu Tierversuchen
⁃ Der Streit um die Tierversuche an der Universität Bremen
⁃ Mein Fazit

 

Vorwort

In meiner Projektarbeit habe ich versucht einen guten Überblick über das Thema Tierversuche zu schaffen, in dem ich aber auch genügend auf Unterthemen eingegangen bin. So, dass Sie sich hiernach ihre eigene Meinung zum Thema Tierversuche machen können. Ich hoffe Ihnen gefällt meine Projektarbeit und ich war objektiv genug in meinen Texten.

Allgemeines

Tierversuche werden in mehrere Bereiche unterteilt unter anderem: die Grundlagenforschung1, die Arzneimittelforschung2, die Toxikologie3, die Verhaltensforschung4 und die Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten.
Im Jahre 2011 wurden 2.9 Millionen Wirbeltiere für Tierversuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet. Diese anderen wissenschaftlichen Zwecke sind z.B. die Tötung von Tieren um an Organe oder Zellen zu kommen. Trotz der hohen Anzahl an Tierversuchen im Jahr 2011, gab es in den Jahren davor mehr Versuchen an Tieren, dafür ist die Menge der Tiere, die für andere wissenschaftliche Zwecke eingesetzt wurden, im Vergleich zu den vorherigen Jahren gestiegen.
Für Tierversuche werden viele verschiedene Arten Tierre verwendet, interessant aber ist z.B. dass im Jahre 2011 85% der eingesetzten Tiere Nagetiere waren, wovon ein großer Teil Mäuse waren.files/gsm/images/02_unsere_arbeit_bilder/Projekte/Tierschutz/moritz/Projektarbeit 2.jpg

In Tierversuchen werden Nagetiere häufig für die medizinische Forschung verwendet, Mäuse meist für Grundlagenforschung. Affen werden, wegen ihres im Vergleich zu anderen Tieren hochentwickeltem Gehirns, viel für die Forschung am Gehirn benutzt.

Während der Tierversuche müssen Affen meistens in Primatenstühlen1 sitzen, teilweise werden sie Stunden lang in diesen Stühlen fixiert. Der Kopf der Affen wird dabei häufig mit einem einoperiertem Bolzen festgemacht, zur Messung haben die Affen außerdem Elektroden im Kopf um Gehirnströme zu messen. In Bremen gibt es z.B. einen Forscher namens Andreas Kreiter, der seit 1998 Tierversuche an Affen durchführt. Aktuell darf er seine Affenversuche weiterführen, trotz der vielen Proteste von Tierschützern in Bremen2. Ähnlich grausam sind auch die Versuche an Mäusen, denen in der sogenannten LD50-Versuchsreihe Botox in den Bauch gespritzt wurde. Als Folge davon traten bei einigen Mäusen Lähmungen oder Erstickungszustände auf, woran diese dann meistens starben. Mäuse, die überlebten, wurden nach den Versuchen getötet. Ob Versuche wie diese ethisch vertretbar sind, ist meiner Meinung nach fragwürdig.

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Um die Genehmigung für einen Tierversuch zu bekommen, muss das Leid des Tieres dem Forschungsziel gegenüber aber ethisch vertretbar sein. Diese Genehmigungen werden von den Örtlichen Behörden vergeben, welche dann überprüfen, ob der Versuch alle gesetzlichen Vorschriften erfüllt. Durchgeführt werden Tierversuche unter Anderem von Universitäten (Forschungseinrichtungen) oder Prüfzentren.

Viele Versuche in der Toxikologie werden z.B. neuerdings nur noch an Hautzellen durchgeführt und nicht mehr an ganzen Tiere. Aber auch die Simulationen am Computer oder Verfahren wie das in-vitro3 Verfahren, bieten ethisch vertretbarere Möglichkeiten. Diese Entwicklung haben wir sicher auch den vielen Tierschützern zu verdanken, die schon seit langer Zeit jegliche Tierversuche abschaffen wollen.


Tierversuchsbefürworter sind der Meinung, dass trotz aller Alternativmöglichkeiten für viele Versuche immer noch Versuchstiere benötigt werden, weswegen es immer noch Tierversuche gibt. Außerdem haben Tierversuche gute Erfolgschancen was zeigt, dass man Versuche an Tieren relativ gut auf den Menschen übertragen kann. Auch interessant ist, dass alle wichtigen medizinischen Erkenntnisse, wie die Entdeckung des Insulins oder Impfseren gegen Gelbfieber, Kinderlähmung, Tuberkulose und Diphtherie mit Unterstützung von Tierversuche erforscht wurden. Auch ist die Aussagekraft eines Tierversuches wesentlich höher als die einer Computersimulation, da wir noch keine kompletten Organismen im Computer simulieren können. Diese Aussagekraft ist aber auch ein Argument gegen Tierversuche, da Tierversuchsgegner behaupten, dass man die Versuche zwar an einem Organismus macht aber an einem falschem. Zudem sind Einflüsse wie Stress psychische und soziale Faktoren in einem Tierversuch nicht wie bei einem Tier das in der freien Wildbahn lebt, was das Ergebnis des Versuches beeinträchtigt. Hauptproblem der Tierversuchsgegner ist aber immer noch die ethische Vertretbarkeit. Die Frage ob wir als Menschen das Recht haben Tiere für unser Wohlsein zu töten muss man sich bei Tierversuchen genauso stellen, wie auch bei Themen wie Massentierhaltung. Laut dem Tierschutzgesetzes ist das Tier ein Mitwesen des Menschen und er hat es zu schützen, aber tun wir das wenn wir Tierversuche durchführen? Auch dass die heutigen Erkenntnisse der Medizin auf Tierversuchen basieren ist für Tierversuchsgegner kein gutes Argument, da diese Erkenntnisse auch durch andere Methoden gewinnbar seien.

Tierversuche gibt es eigentlich schon seit dem der Mensch forscht. Im erstem Medizinbuch des Abendlandes, welches zwischen dem ersten und dem dritten Jahrhundert vor Christus geschrieben wurde, forschten die Mediziner an Tieren, um Informationen über deren Körperfunktionalität zu bekommen. Schon viele Forscher der Vergangenheit sahen Tierversuche als gutes Methode für die Forschung. Unter anderem z.B. der Arzt Galenus, der Tiere als Versuchsobjekte nutzte und mit ihrer Hilfe fest stellte, dass in unseren Arterien Blut und nicht etwa Luft zirkuliert. Frühe Tierschutzbewegungen gab es allerdings in Deutschland schon zur Zeit des Kaiserreichs. Damals wurde schon die Vivisektion, den operativen Eingriff an einem lebendigem Tier, verboten. Zwischen 1871 und 1933 wurden aus den Dutzend Tierschutzorganisationen, die es bereits gab, über 700 Tierschutzbewegungen in Deutschland. Während der Zeit der Nationalsozialisten war Tierschutz auch wieder ein populäres Thema, dies lag aber möglicherweise auch daran, dass die meisten Pelzhändler, Mediziner und Biologen Juden waren und Tierschutz auf einmal zu einem offizieller Grund wurden diese unter Druck zu setzen. Unverständlicherweise waren damals ausgewählte Tiere rechtlich besser vor Versuchen geschützt als Menschen.

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Die Gesetzliche Grundlage zu Tierversuchen

Ein Tierversuch ist rechtlich gesehen nicht jeder Versuch an einem Tier, wie man vielleicht erwarten könnte. Die Definition des Tierversuches lautet (Zitat: Tierschutzgesetz §7 Abschnitt 1):
Tierversuche im Sinne dieses Gesetzes sind Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken
1. an Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere oder
2. am Erbgut von Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für die erbgutveränderten Tiere oder deren Trägertiere verbunden sein können.
Dies bedeutet, dass Tierversuche nur Versuche an Tieren sind, die den Tieren Schmerzen zufügen könnten. Also ist jeder Versuch ohne Schmerzen für das Versuchstier, rechtlich gesehen, kein Tierversuch.

Tierversuche sind nur legal, wenn sie einer der vier Bedingungen entsprechen:
Entweder sie müssen unerlässlich sein um Krankheiten oder Ähnliches vorzubeugen, behandeln oder zu erkennen und zwar sowohl am Tier als auch am Mensch. Oder sie müssen benötigt werden um Umweltgefährdungen wie z.B. Seuchen zu erkennen. Die dritte Möglichkeit ist, dass sie zur Prüfung von Stoffen oder Produkten auf ihre Giftigkeit oder Wirksamkeit gegen tierische Schädlinge gebraucht werden. Oder sie sind unbedingt notwendig für die Grundlagenforschung1. Bei der Prüfung ob Tierversuche unerlässlich sind, muss der neuste Stand der Wissenschaft als Grundlage genommen werden und es muss geprüft werden, ob man nicht auch andere Forschungsmethoden verwenden könnte. Aber auch wenn ein Forscher wissenschaftlich beweisen kann, dass diese Bedingungen bei seinen Tierversuchen gegeben sind, ist er noch nicht fertig mit der Bürokratie. Er muss hinterlegen, dass er das nötige Fachwissen hat um den Versuch durchzuführen und dass er die nötigen Anlagen besitzt. Zusätzlich muss er einen Tierschutzbeauftragten bestellen, der den Versuch überwacht. Er ist auch gesetzlich gezwungen seinen Versuch zu dokumentieren, damit er nicht noch einmal durchgeführt wird. Außerdem dürfen Versuche an Wirbeltieren nur durchgeführt werden, wenn der voraussichtliche Schmerz den die Versuchstiere erleiden werden, dem Forschungsziel entsprechend ethisch vertretbar ist. Versuche, die dem Versuchstier große Schmerzen oder sogar lange anhaltende oder sich wiederholende Schmerzen zufügen werden, dürfen nur durchgeführt werden, wenn das Forschungsziel voraussichtlich die Lösung wesentliche Bedürfnisse von Mensch oder Tier oder die Lösung wissenschaftlicher Probleme sein wird.

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In einer Handvoll anderer Gesetze, gibt es Regelungen nach denen z.B. Medikamente durch Tierversuche geprüft werden müssen. Interessant ist auch noch, dass im §1 des Tierschutzgesetzes geschrieben steht, dass das Tier das Mitgeschöpf des Menschen ist welches er schützen muss und dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen oder Leiden zufügen darf. Damit Tierversuche durchgeführt werden dürfen, benötigen die Forscher eine Genehmigung von der zuständigen Behörde.


Der Streit um die Tierversuche an der Universität Bremen

Andreas Kreiter, Hirnforscher an der Universität Bremen, erforscht seit über zehn Jahren die Funktionsweise unseres Gehirnes. Sein Ziel ist es Krankheiten wie Alzheimer, Schizophrenie oder Epilepsie besser behandeln zu können. Dafür werden Versuche an Makakenaffen durchgeführt. Diesen werden Elektroden in das Gehirn und in das Auge eingesetzt um Gehirnströme und Augenbewegungen messen zu können, ihnen wird Trinkwasser entzogendamit sie kooperieren und sie werden Stunden lang in sogenannte Primatenstühle gezwungen.

Gegen diese Versuche kämpfen sei über zehn Jahren Tierschutzorganisationen, wie der Bremer Tierschutzverein, verlangt wird, dass die Uni die Tierversuche einstellt. Der Bremer Tierschutzverein behauptet, dass die Uni mehr gewinnen würde, wenn sie sich auf Alternativforschung fokussieren würden, anstatt an Tieren zu forschen, da sich diese Methode der Forschung bereits in anderen Bundesländern als negativ entpuppt hat. Außerdem sagen Tierschützer, dass es falsch ist, Tiere für Grundlagenforschung zu quälen, da bei dieser Art Forschung am Ende kein weltbewegendes Medikament oder ähnliches herauskommt.  Zum Argument, dass die Tiere leiden würden erklärte Prof. Do. Kreiter, dass die Elektroden in den Köpfen der Affen nicht schmerzhaft seien und diese natürlich auch unter Narkose einoperiert werden. Und das stundenlange Sitzen sei für Affen keine Qual da sie sich in dieser Haltung auch Lausen würden. Zur sogenannten Durstfolter sagte Prof. Do. Kreiter nur, dass Makaten auch in freier Wildbahn mit Trockenzeiten auskommen, in denen sie länger nichts zu trinken bekommen und wenn die Affen wirklich am verdursten wären, sie die Experimente gar nicht mitmachen könnten. Nach der Wahl von Jens Böhrnsen zum Bürgermeister, der selbst Vertreter des Tierschutzes ist, kam es zu einem politischem Beschluss einer Koalition der SPD, CDU, den Grünen und der DVU, dass Bremen aus Affenversuchen aussteigen will (2005). Grund dafür ist, dass die Tierversuche ethisch nicht gerechtfertigt sind. Nur steht die Regierung jetzt vor einem Problem, Tierversuche sind laut dem Gesetz erlaubt solange sie, in diesem Fall für die Grundlagenforschung unerlässlich sind und der Schmerz des Versuchstiers in Angesicht des Zieles des Versuches ethisch vertretbar ist. Dass die Versuche für die Forschung unerlässlich sind wurde schon bevor die Versuche starteten von den Bremer Behörden entschieden. Auf Grund der Tatsache, dass Prof. Do. Kreiter Versuche auf internationalem Spitzenniveau durchführt und diese ohne Affenversuche nicht möglich wären.  Der Schmerz der Tiere wurde monatlich von einem Tierarzt, der unangekündigt im Labor von Prof. Do. Kreiter auftauchte geprüft, er beobachtete die Tiere schon seit zehn Jahren und sagte, dass die Affenkolonie einen völlig ungestörten Eindruck auf ihn macht und meint, dass es ihnen genau so gut geht wie den Artgenossen in Zoos. Aber die Regierung hat natürlich einen eigenen Gutachter, in dessen Ferngutachten steht, dass die Versuche für die Tiere schwer belastend sind. Der Rechtsstreit um die Affenversuche an der Uni läuft jetzt schon seit einigen Jahren, in denen Prof. Dr. Kreiter seine Versuche durchführen durfte. Gerade wieder, am 11.12.2012 beschloss das Oberverwaltungsgericht (OVG), dass die Versuche dem Forschungsziel gegenüber ethisch vertretbar sind und Prof. Dr. Kreiter somit seine Versuche weiterführen darf.

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Mein Fazit

Ich bin der Meinung, dass das aktuelle Tierschutzgesetz vernünftig mit dem Tierversuchen umgeht. Nur die Tatsache, dass z.B.Medizin durch Tierversuche auf Verträglichkeit geprüft werden muss, finde ich nicht gerechtfertigt, da es auch andere Methoden gibt die Verträglichkeit eines Produktes zu prüfen, welche ethisch sehr viel vertretbarer sind. Zu der Vergabe von Genehmigungen für Tierversuche finde ich, sollte stark darauf geachtet werden, dass eine unparteiische Person entscheidet ,ob die Versuchsreihe ethisch vertretbar ist oder nicht, da dieser Teil des Gesetzes sonst kein Sinn ergibt. Generell sollte die Durchführung der Tierversuche sehr streng kontrolliert werden, da bei nicht allen Tierversuchen die gesetzlichen Richtlinien eingehalten werden, auch wenn diese sehr fair sind. Ausserdem finde ich sollte der Tod von Tieren während der Versuche, bei nicht weltbewegenden Forschungszielen nicht erlaubt sein. Damit mehr Alternativforschung betrieben wird, würde ich staatliche Subventionen auf die Forschung nach neuen Arten der Alternativforschung geben. Als Art Lösungsvorschlag also: Subventionen für Alternativforschung, keinen gesetzlichen Zwang zu Tierversuchen, strengere Beobachtung der Versuche und unparteiische Entscheidung der ethischen Vertretbarkeit von Versuchsreihen in der der Tod von Tieren streng bewertet wird.